Skip to main content

Dashcam richtig einstellen: Die wichtigsten Einstellungen nach dem Einbau

Grafik zum Artikel: Dashcam richtig einstellen

Aktualisiert am , Lesezeit etwa 4 Minuten

Eine Dashcam funktioniert im Auslieferungszustand, aber selten optimal. Ein paar Minuten in den Einstellungen sorgen für bessere Bilder, weniger unnötig gesperrte Clips und eine Nutzung, die zum Datenschutz passt. Geh die folgenden Punkte direkt nach dem Einbau einmal durch, am besten bequem per App.

Die Einstellungen Schritt für Schritt

  1. Firmware aktualisierenPrüfe in der App oder auf der Website des Herstellers, ob es eine neuere Firmware gibt. Updates verbessern oft die Bildqualität und beheben Fehler mit Speicherkarten.
  2. Datum, Uhrzeit und ZeitzoneMit GPS stellt sich die Uhr selbst, die Zeitzone musst du aber oft von Hand wählen. Für Deutschland ist das im Winter UTC+1 und im Sommer UTC+2. Viele Kameras stellen nicht selbst um, kontrolliere die Uhrzeit deshalb nach jeder Zeitumstellung.
  3. Auflösung und BildrateWähle die höchste echte Auflösung deiner Kamera. Bei 60 Bildern pro Sekunde schalten manche Modelle HDR ab. Wer viel nachts fährt, nimmt lieber 30 Bilder pro Sekunde mit HDR.
  4. Länge der ClipsKurze Clips von einer bis drei Minuten sind ideal. Sie lassen sich leichter teilen, und bei einem Ereignis wird nur ein kurzer Abschnitt gesperrt.
  5. Empfindlichkeit des G-SensorsIst sie zu hoch, sperrt jedes Schlagloch einen Clip und der Ordner für Ereignisse läuft voll. Ist sie zu niedrig, verpasst die Kamera einen leichten Aufprall. Starte mit einer mittleren Stufe und passe sie nach ein paar Fahrten an.
  6. Mikrofon ausschaltenFür einen Unfallnachweis brauchst du keinen Ton. Wer Gespräche ohne Zustimmung aufzeichnet, kann sich strafbar machen. Schalte das Mikrofon aus oder informiere deine Mitfahrer.
  7. Anzeige im BildDatum und Uhrzeit sollten im Bild stehen. Die Geschwindigkeitsanzeige kannst du ausblenden, die GPS-Daten bleiben trotzdem in der Datei.
  8. Netzfrequenz auf 50 HzDiese Einstellung verhindert Flimmern im Licht von Straßenlaternen und Tunnelbeleuchtung. In Europa gilt 50 Hz, ab Werk stehen manche Kameras auf 60 Hz.
  9. Belichtung und HDRBelasse die Belichtung meist auf dem Standardwert. HDR oder WDR solltest du einschalten oder auf Automatik stellen, damit Kennzeichen bei Gegenlicht lesbar bleiben.
  10. WLAN-Passwort ändernViele Kameras haben ab Werk ein bekanntes Standardpasswort. Ändere es, damit niemand auf dem Parkplatz auf deine Videos zugreifen kann.
  11. Blitzer-Warnungen deaktivierenIn Deutschland ist es verboten, Warnungen vor Radarfallen während der Fahrt zu nutzen. Diese Funktion muss ausgeschaltet bleiben.
  12. Erinnerung zum FormatierenAktiviere, falls vorhanden, eine Erinnerung zum Formatieren der Speicherkarte. Alle zwei bis vier Wochen ist ein guter Rhythmus.

Bildausrichtung prüfen

Nach dem Einstellen kommt der wichtigste Test: die Ausrichtung. Setz dich auf den Fahrersitz und schau dir das Livebild in der App an. Die Motorhaube sollte höchstens am unteren Bildrand zu sehen sein, der Horizont etwas oberhalb der Mitte liegen. Zeigt die Kamera zu viel Himmel, wird das Bild bei Sonne zu dunkel, zeigt sie zu viel Motorhaube, fehlen Ampeln und Schilder.

Mach anschließend eine kurze Testfahrt bei Tag und, wenn möglich, eine bei Nacht. Halte die Videos an einigen Stellen an und prüfe, ob du Kennzeichen von Autos vor dir lesen kannst. Wenn Spiegelungen des Armaturenbretts stören, hilft ein Polfilter, sofern deine Kamera dafür vorgesehen ist.

Einstellungen für den Parkmodus

Nutzt du die Kamera auch beim Parken, wählst du eine ereignisgesteuerte Aufnahme statt einer Daueraufzeichnung. Stelle die Empfindlichkeit für Stöße im Parkmodus niedriger ein als während der Fahrt, sonst löst jeder vorbeifahrende Lkw aus. Am Festeinbau-Kabel oder in der App legst du zusätzlich den Unterspannungsschutz fest. Alles Weitere steht im Artikel Parkmodus der Dashcam.

Einstellungen notieren

Ein Firmware-Update oder ein Reset kann alle Einstellungen zurücksetzen. Mach deshalb einen Screenshot der wichtigsten Menüs in der App. So ist die Kamera nach einem Update in zwei Minuten wieder richtig eingestellt.

Datenschutzfreundlich voreingestellt

Mit kurzen Clips, einer mittleren Empfindlichkeit des G-Sensors und ausgeschaltetem Mikrofon nutzt du deine Dashcam so, wie es Datenschützer für vertretbar halten: Die Kamera speichert nur kurz zwischen und hält dauerhaft nur fest, was du nach einem Ereignis wirklich brauchst. Hintergründe dazu findest du auf der Seite Ist eine Dashcam erlaubt?.

Häufige Fragen

Welche Clip-Länge ist für eine Dashcam am besten?

Eine bis drei Minuten. Kurze Clips lassen sich schneller sichten und teilen, und bei einem Ereignis bleibt nur ein kurzer Abschnitt gesperrt.

Warum flimmert das Licht in meinen Videos?

Wahrscheinlich steht die Netzfrequenz auf 60 Hz. Stelle sie auf 50 Hz, das passt zur Beleuchtung in Europa.

Muss ich die Uhrzeit bei der Zeitumstellung anpassen?

Bei vielen Kameras ja, auch wenn sie GPS haben. Das GPS liefert die Weltzeit, die Zeitzone und die Sommerzeit stellst du selbst ein.