Dashcam einbauen: Montage, Kabel verlegen und Dauerstrom
Eine Dashcam ist in einer halben Stunde montiert, wenn sie an der 12-Volt-Buchse hängt. Mit Festanschluss am Sicherungskasten dauert es etwas länger, dafür sieht man kein Kabel mehr und der Parkmodus funktioniert. Hier erfährst du, wie beides sauber gelingt.
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Was du für den Einbau brauchst
Das meiste liegt der Kamera bei. Für einen sauberen Einbau lohnt sich trotzdem ein kleiner Blick in die Werkzeugkiste.
- Dashcam mit Halterung und Stromkabel, bei 2-Kanal-Systemen das Kabel für die Heckkamera
- ein Kunststoffkeil zum Lösen von Verkleidungen, oft im Lieferumfang
- Reinigungstuch mit Alkohol für die Klebestelle an der Scheibe
- Kabelclips oder kleine Kabelbinder für lose Kabelstücke
- für den Festanschluss: Festeinbau-Kabel, passende Sicherungsadapter und ein Multimeter oder eine Prüflampe
- eine Taschenlampe für den Sicherungskasten im Fußraum
Die richtige Position an der Windschutzscheibe
Der beste Platz für die Dashcam ist oben in der Mitte der Windschutzscheibe, direkt hinter oder neben dem Innenspiegel. Dort ragt sie nicht in dein Sichtfeld, liegt im Wischbereich der Scheibenwischer und hat einen geraden Blick auf die Fahrbahn. Bei Regen sorgt der Wischer für klare Sicht, was eine Kamera am oberen Rand außerhalb des Wischfelds nicht hätte.
Viele moderne Autos haben hinter dem Innenspiegel eine Kamera und Sensoren für Spurhalte- und Notbremsassistent oder den Regensensor. Diesen Bereich musst du freihalten. Achte außerdem auf das schwarze Punktraster am Scheibenrand: Es heizt sich in der Sonne stark auf, und Klebepads halten dort schlechter. Manche Wärmeschutzscheiben enthalten eine Metallbeschichtung, die den GPS-Empfang dämpfen kann. Meist gibt es dafür ein ausgespartes Feld hinter dem Spiegel.
Vor dem Kleben testen
Halte die Kamera an die geplante Stelle, schalte sie ein und prüfe das Bild auf dem Display oder in der App. Die Motorhaube sollte höchstens einen schmalen Streifen am unteren Bildrand einnehmen, der Horizont etwas oberhalb der Bildmitte liegen. Erst dann klebst du die Halterung fest.
Schritt für Schritt: Anschluss an die 12-Volt-Buchse
Die einfachste Variante kommt ohne Eingriff in die Elektrik aus. Die Kamera bekommt Strom, sobald die Zündung an ist, und schaltet sich mit ihr wieder ab.
- Scheibe reinigenWische die Klebestelle mit Alkohol ab und lass sie trocknen. Bei Temperaturen unter etwa 10 Grad hält der Kleber schlechter, dann hilft es, die Scheibe vorher mit der Heizung anzuwärmen.
- Halterung anklebenDrücke das Klebepad einige Sekunden fest an. Viele Hersteller empfehlen, die Kamera erst nach einigen Stunden einzuhängen, damit der Kleber durchhärten kann.
- Kabel unter den Dachhimmel schiebenVon der Kamera führst du das Kabel zur Seite des Beifahrers und drückst es mit den Fingern oder dem Kunststoffkeil in den Spalt zwischen Dachhimmel und Scheibe.
- An der A-Säule entlang nach untenLöse die Verkleidung der A-Säule vorsichtig ein Stück und führe das Kabel hinter dem Airbag entlang. Alternativ verschwindet es im Türgummi. Es darf den Airbag beim Auslösen nicht behindern.
- Unter dem Handschuhfach zur BuchseIm Fußraum verlegst du das Kabel hinter der Verkleidung zur 12-Volt-Buchse. Überschüssiges Kabel bündelst du mit einem Kabelbinder.
- TestenZündung an, Kamera startet, Aufnahme läuft. Prüfe auch, ob sie nach dem Abschalten der Zündung ausgeht.
Festanschluss am Sicherungskasten
Für den Parkmodus braucht die Dashcam auch bei ausgeschalteter Zündung Strom. Das gelingt mit einem Festeinbau-Kabel, das die Hersteller als Zubehör anbieten. Es hat meist drei Adern: Dauerplus, oft als B+ oder BATT bezeichnet, Zündungsplus, oft ACC, und Masse. An der Zündungsleitung erkennt die Kamera, ob du fährst oder parkst.
Angeschlossen wird über Sicherungsadapter, die in einen freien oder belegten Steckplatz des Sicherungskastens gesteckt werden und einen zweiten Abgang mit eigener Sicherung bereitstellen. Mit dem Multimeter suchst du einen Steckplatz, der dauerhaft Strom führt, und einen, der nur bei eingeschalteter Zündung Strom hat. Die Masse kommt an eine blanke Schraube der Karosserie.
Finger weg von sicherheitsrelevanten Stromkreisen
Nutze keine Sicherungen von Airbag, ABS, Motorsteuerung oder anderen Systemen, die für die Sicherheit wichtig sind. Wähle Verbraucher wie Zigarettenanzünder, Innenlicht oder Radio. Wenn du dir unsicher bist, lass den Anschluss von einer Fachwerkstatt erledigen.
Im Festeinbau-Kabel steckt ein Unterspannungsschutz. Er schaltet die Kamera ab, wenn die Spannung der Autobatterie unter einen eingestellten Wert sinkt, zum Beispiel 12,0 oder 12,2 Volt. Bei älteren Batterien, im Winter oder wenn das Auto länger steht, wählst du einen höheren Wert. So springt das Auto auch nach einem langen Wochenende sicher an.
Die Heckkamera verlegen
Bei einem 2-Kanal-System führst du das Kabel der Heckkamera ebenfalls unter dem Dachhimmel nach hinten. Bei einer Limousine endet es an der Heckscheibe, bei einem Kombi oder Fließheck muss es durch den Gummischlauch in die Heckklappe. Das ist der aufwendigste Teil des Einbaus, gelingt aber mit etwas Geduld und einem Stück Draht als Einführhilfe.
Die Heckkamera sitzt oben in der Mitte der Heckscheibe, möglichst im Wischbereich des Heckwischers und nicht direkt auf den Heizdrähten. Bei stark getönten Scheiben wird das Bild dunkler, dann hilft eine Kamera mit lichtempfindlichem Sensor. Mehr dazu auf der Seite Dashcam mit Rückkamera.
Alternativen: OBD-Kabel und Zusatzakku
Einige Hersteller bieten Stromkabel für die OBD-Buchse unter dem Lenkrad an. Das spart den Griff in den Sicherungskasten. Nicht jedes Auto liefert dort jedoch Dauerstrom, und bei manchen Fahrzeugen hält eine dauerhaft belegte Buchse Steuergeräte wach. Prüfe deshalb vorab, ob dein Modell geeignet ist. Eine weitere Lösung sind Akku-Packs für Dashcams, die während der Fahrt laden und die Kamera beim Parken versorgen, ohne die Autobatterie zu belasten.
Festeinbau-Kabel bei Amazon ansehen (Affiliate-Link)Typische Fehler beim Einbau
- Die Kamera hängt mitten im Sichtfeld oder verdeckt einen Fahrassistenz-Sensor.
- Das Kabel liegt an der A-Säule vor dem Airbag statt dahinter.
- Die Kamera zeigt zu viel Himmel oder Motorhaube, weil sie nicht ausgerichtet wurde.
- Die Halterung klebt auf dem Punktraster und löst sich im Sommer.
- Der Festanschluss hängt an einem sicherheitsrelevanten Stromkreis.
- Der Unterspannungsschutz ist zu niedrig eingestellt und die Batterie wird leer.
- Ein loses Kabel baumelt im Fußraum und gerät an die Pedale.
Einbau in der Werkstatt
Wer nicht selbst schrauben möchte, lässt die Dashcam vom Autoelektriker, in der Werkstatt oder beim Car-Hifi-Spezialisten einbauen. Der Festanschluss mit Heckkamera kostet je nach Auto und Aufwand meist einen niedrigen dreistelligen Betrag. Bei Leasing- und Firmenwagen ist das oft ohnehin der bessere Weg, weil Eingriffe in die Elektrik dort nicht immer erlaubt sind. Frag vorher beim Leasinggeber oder Arbeitgeber nach.
Häufige Fragen zum Einbau
Wie lange dauert der Einbau einer Dashcam?
Mit Anschluss an die 12-Volt-Buchse etwa 20 bis 30 Minuten. Ein Festanschluss am Sicherungskasten dauert eine bis zwei Stunden, mit Heckkamera rechnest du noch etwas mehr Zeit ein.
Kann die Dashcam meine Autobatterie leer saugen?
Im Fahrbetrieb nicht. Im Parkmodus schon, wenn kein Unterspannungsschutz eingebaut ist. Ein gutes Festeinbau-Kabel schaltet die Kamera ab, bevor die Batterie kritisch entladen ist.
Erlischt durch den Einbau die Garantie meines Autos?
Ein fachgerechter Einbau mit Sicherungsadaptern greift nicht in die Fahrzeugelektrik ein und lässt sich rückstandslos entfernen. Bei Schäden durch einen unsachgemäßen Einbau kann es aber Ärger geben. Im Zweifel lässt du eine Werkstatt ran.
Wie bekomme ich die Klebehalterung wieder ab?
Erwärme das Klebepad vorsichtig mit einem Föhn und hebel die Halterung mit einer Plastikkarte ab. Kleberreste lassen sich mit etwas Alkohol entfernen. Für einen neuen Einbau brauchst du ein frisches Pad.
Darf die Dashcam am Innenspiegel hängen?
Ja, solange sie dein Sichtfeld nicht einschränkt. Hinter dem Spiegel ist die Kamera aus der Fahrerperspektive praktisch unsichtbar. Das entspricht auch der Pflicht, für freie Sicht zu sorgen.